Newsletter-März 2026: Schulpatenschaften in Cap-Haïtien
- Thomas Diehl
- 14. März
- 3 Min. Lesezeit
„Ein Teller Reis – manchmal die einzige Mahlzeit des Tages"
Unsere Schulpatenschaften in Cap-Haïtien:
Wie wir 12 Kindern Hoffnung und Zukunft schenken
Wer einmal Cap-Haïtien besucht hat, vergisst die Bilder nicht so schnell: enge, baufällige Behausungen, in denen ganze Familien auf engstem Raum zusammenleben, feuchte Wände, kaum Möbel, kein fließendes Wasser. Es sind die Lebensumstände, unter denen viele der Kinder aufwachsen, die wir im Rahmen unserer Schulpatenschaften begleiten. Armut, die sich nicht nur in Zahlen messen lässt, sondern täglich spürbar ist – im leeren Bauch, in müden Augen, in Kindern, die dennoch jeden Morgen zur Schule kommen.


Wenn niemand da ist, der sich kümmert
Viele unserer 12 Patenkinder wachsen ohne beide Elternteile auf. Manche haben nur noch einen Elternteil, andere leben bei Großeltern, Tanten oder Onkels – Verwandten, die selbst kaum genug haben, um über die Runden zu kommen. Eltern, die zwar da sind, aber weder die Mittel noch manchmal den Willen aufbringen, für ihre Kinder ausreichend zu sorgen. Was bleibt, sind Kinder, die früh lernen mussten, mit wenig auszukommen – viel zu früh.
Der Hunger ist dabei einer der treuesten Begleiter im Alltag dieser Kinder. Viele verlassen morgens das Haus, ohne gefrühstückt zu haben. Die Schule ist dann nicht nur ein Ort des Lernens, sondern buchstäblich eine Rettungsinsel. Denn dort, in der Schulkantine, wartet an jedem Schultag eine warme Mahlzeit auf sie – oft die einzige des gesamten Tages. Abends, wenn die Schule längst geschlossen ist, gibt es zuhause häufig nichts. Kein Abendessen, keine warme Mahlzeit, manchmal nicht einmal Brot.
Caleb kauft ein – und Kinder können satt werden
Unser verlässlicher Mann vor Ort, Caleb, hat auch in diesem Monat wieder angepackt. Mit den bereitgestellten Mitteln der Haiti-Not-Hilfe e.V. hat er Lebensmittel für die Schulkantine eingekauft: Spaghetti, Reis, Öl und weitere Grundzutaten – alles in großen Mengen, damit die Versorgung der Kinder für den Monat gesichert ist. Dass 350 US-Dollar für 12 Kinder einen ganzen Monat lang reichen müssen, ist keine Selbstverständlichkeit. Caleb weiß das. Und er gibt sein Bestes, damit jeder Cent dort ankommt, wo er gebraucht wird: auf dem Teller der Kinder.
Die Belege, die er uns zukommen lässt, sprechen für sich: Spaghetti, Reissäcke, Kanister Öl – alles sorgfältig dokumentiert, alles nachvollziehbar. Transparenz ist uns wichtig, denn wir wissen, dass jede Spende mit Vertrauen verbunden ist.

Lernen braucht Stille – und einen vollen Magen
Doch nicht nur das tägliche Essen liegt uns am Herzen. Lernen braucht mehr als ein Dach über dem Kopf. Es braucht Ruhe, Konzentration und jemanden, der hilft, wenn eine Aufgabe zu schwer erscheint. Deshalb haben wir in diesem Jahr zusätzlich eine Hausaufgabenbetreuung eingerichtet. Nachmittags, nachdem die Schule endet, können die Kinder in einem geschützten Rahmen ihre Hausaufgaben erledigen – betreut, unterstützt und in einer ruhigen Atmosphäre, die viele von ihnen zuhause nicht vorfinden würden. Ein kleiner Schritt, der aber einen großen Unterschied macht: Kinder, die ihre Aufgaben verstehen, kommen am nächsten Morgen motivierter in die Schule.
Was eine Patenschaft bedeutet
Eine Schulpatenschaft bei der Haiti-Not-Hilfe e.V. ist mehr als eine monatliche Überweisung. Sie ist ein Versprechen an ein Kind: Du bist nicht allein. Du bekommst zu essen. Du kannst lernen. Du hast eine Zukunft.
Wenn Sie diese Arbeit unterstützen möchten oder bereits Pate oder Patin sind – danke. Von Herzen. Jeder Beitrag zählt, und jeder Beitrag ist in den Händen von Menschen wie Caleb gut aufgehoben. Auch mit kleinen Spenden können wir die Kinder wieder für ein paar Tage satt machen.
Weitere Informationen zu unseren Projekten und Schulpatenschaften finden Sie auf unserer Website: www.haitinothilfe.de
Haiti-Not-Hilfe e.V. | Schmalbrockskamp 4 | 59320 Ennigerloh | Tel.: 02528 950750












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