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  • Thomas Diehl

Liebe Spender, Liebe Paten und Freunde



Vielen Dank, dass ihr auch in Zeiten von Corona weiter an die Kinder in Haiti denkt und der Haiti-Not Hilfe treu bleibt. Mehr als zuvor sind wir auf eure Hilfe angewiesen.

Leider sind die Spendeneingänge stark eingebrochen. Momentan retten uns die regelmäßigen Eingänge durch die Patenschaften. Viele Aktionen (Geburtstagsfeiern, Schulaktionen, Sportveranstaltungen und auch Kirchenveranstaltungen) fallen zurzeit wegen Corona weg. Außerdem sind die meisten Rücklagen, die wir während der großen Katastrophen in Haiti (Erdbeben und Hurrikans) zurücklegen konnten inzwischen weitgehend aufgebraucht.


Dagegen sind die Kosten in Haiti massiv gestiegen. Die Lebenshaltungskosten steigen immer mehr an, Benzin ist fast unbezahlbar und kaum zu bekommen. Insbesondere die Schulkosten für die Kinder in den weiterführenden Schulen werden von Jahr zu Jahr spürbar teurer. Wegen der katastrophalen politischen Lage in Haiti und auch wegen Corona fällt immer wieder wochenlang der Schulbetrieb aus. Zur politischen Lage habe ich einen Bericht von Chritian Betov angefügt, weil ich das auch nicht besser beschreiben könnte. Die Situation in Haiti ist insgesamt katastrophal, Hunger und unbehandelte Krankheiten betreffen wie immer besonders die vielen elternlosen Kinder.

Das Land gerät immer mehr in Vergessenheit.


Corona wird weitgehend ignoriert, Tests werden kaum gemacht und für Kranke gibt es kaum Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt keine Desinfektionsmittel und kaum Masken. Für unsere Kinder hat die Mutter von Marat einfache Masken genäht. Ansonsten versuchen wir das Heim möglichst von Fremden abzuschotten.



Der Hurrikan im Juli hat großen Schaden angerichtet. Die Häuser waren überschwemmt und der Fliesenboden hat massive Schäden erlitten. Zudem ist der Bus überschwemmt gewesen und muss repariert werden.



Nun zur Lage im Heim: den Kindern geht es gut. Für ihr leibliches und seelisches Wohl ist auch für das nächste Jahr gesorgt. Die Schulkosten für unsere eigene Schule können wir auch dieses Jahr noch aus Rücklagen aufbringen. Die weiterführende Schule nach der 8. Klasse ist aber leider inzwischen unbezahlbar. Es ist zudem unwahrscheinlich die älteren Kinder in einem Ausbildungsberuf unterzubringen. Wenn es gelingt einen Job zu finden, so muss für die Lehre teuer bezahlt werden. Dazu kommen die Kosten für die Berufsschule. Deshalb überlegen wir momentan an Alternativen. Meine Idee war es, selbst etwas herzustellen, was wir dann verkaufen können. Beispielsweise der Bau von Möbeln, Schmuck … gefertigt aus günstigen Hölzern (Paletten-Holz) Bast oder anderen Werkstoffen unter Anleitung von örtlichen Handwerkern. Ob, und wie das zu verwirklichen ist, wird die Zukunft zeigen.


Es macht mich sehr traurig, dass ich auch dieses Jahr nicht nach Haiti fliegen kann, weil es weder die politische Lage, als auch Corona zulassen.

Unsere Bitte: sprecht mit Verwandten, Bekannten, Freunden und macht auf die schwierige Lage der Kinder in Haiti aufmerksam. Helft uns bitte auch weiterhin finanziell. Wer Ideen für die älteren Kinder hat, lasst es uns wissen. Wir möchten sie nicht einfach nach dem 18. Lebensjahr sich selber überlassen müssen, obwohl das Jungendamt das von uns offiziell fordert. Vermutlich hoffen sie, dass so wieder Platz für jüngere Kinder entsteht und sie die Kinder von ihren Listen haben.


Euch alles Liebe und eine schöne Vorweihnachtszeit, bleibt gesund lasst von euch hören,

Email: info@haitinothilfe.de, Tel: 02528950750,

Thomas Diehl


Von Christian Betov

amerika21

Die Mehrheit der Haitianer geht im ganzen Land gegen die Regierung und für die Lösung der schweren Krise auf die Straße

QUELLE:@LAUTARORIVARA

Port-au-Prince. Haiti befindet sich weiter im Ausnahmezustand. Die Welle der Gewalt durch rivalisierende Banden und Sicherheitskräfte hört nicht auf.

Zu den anhaltenden massiven Protesten großer Teile der Bevölkerung gegen die Regierung von Präsident Jovenel Moïse und gegen die Unsicherheit kommt nun der Streik der Angestellten der staatlichen Universitätsklinik. Sie reklamieren vor allem fehlende und geringe Lohnauszahlungen sowie die schwierigen Arbeitsbedingungen. Zudem mangle es an Material, wie etwa Sterilisierungsmittel und an Ausrüstung wie Krankenfahrzeuge, Beatmungsgeräte oder Krankenbetten. Auch Studierende und Lehrkräfte der Universitäten gehen auf die Straße und fordern von der Regierung bessere Lern- und Arbeitsbedingungen. Diese ist indes weitestegehend lahmgelegt, seit der umstrittene Präsident im Januar die Abgeordnetenkammer auflöste und per Dekret regiert. Der Rücktritt von Moïses ist die allen Protesten gemeinsame Forderung.

Eine Mahnung zur schnellstmöglichen Anberaumung von Wahlen seitens des US-Außenministeriums und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat die Opposition indes als "Einmischung" zurückgewiesen. Sie lehnt Parlamentswahlen ab, solange deren Durchfühgrung vom aktuellen Präsidenten kontrolliert werde. Er müsse sofort zurücktreten und eine Übergangsregierung gebildet werden, die das Land stabilisieren könne, so die Forderung. Auch die von Moïse neu eingesetzte neunköpfige Wahlkommission stößt auf Ablehnung.

Unterdessen kommt es bereits seit August dieses Jahres immer wieder zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden und zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Banden und Sicherheitskräften, denen immer wieder Unschuldige und Oppositionelle zum Opfer fallen.

Diese Situation wird dadurch noch verschärft, dass hinter den Ausschreitungen auch rebellierende Polizisten stehen, die sich unter dem Namen Famtom 509 organisiert haben. Am letzten Wochenende verbrannten sie Fahrzeuge, errichteten Barrikaden an Hauptverkehrsknotenpunkten und griffen Regierungsgebäude an. Sie fordern die Freilassung eines inhaftierter Kollegen und bessere Arbeitsbedingungen.

Zuvor hatten Famtom 509 erreicht, dass fünf inhaftierte Polizisten freikamen. Sie waren festgenommen worden, nachdem sie es versäumt hatten, die Räumlichkeiten des hochrangigen regierungskritischen Anwalts, Monferrier Dorval, zu sichern. Er wurde vor zwei Wochen auf dem Hof seines Hauses ermordet. Nach dem Attentat wurde Dorvals Haus geplündert.

Die Nationalpolizei (HNO) ist seit 1994 die einzige bewaffnete staatliche Kraft des Landes. Schon zu Beginn des Jahres protestierten Polizeibeamte für bessere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Gründung einer Gewerkschaft.

Präsident Moïse verurteilte indes die Gewalt und erklärte, sie stoppen zu wollen. Nach dem Mord an Dorval sprach er von einer "Maschinerie der Unsicherheit" sowie von "dunklen Kräften" und verfügte eine dreitägige Staatstrauer.

Während die Regierung beteuert, die Sicherheit wieder herstellen zu wollen, vermuten Nichtregierungsorganisationen Allianzen mit dem organisierten Verbrechen. Pierre Espérance, Sprecher des Netzwerks zur Verteidigung der Menschenrechte sieht eine Unterstützung der Behörden für die Gruppierung von alias "Barbecue", einem Bandenchef und ehemaligen Polizisten. Die Sicherheitskräfte nutzten die Banden, "um die marginalisierten Viertel zu kontrollieren", erklärte er.

Zusätzlich zu diesen Unruhen hat Haiti mit den Verwüstungen und Überschwemmungen in Folge des Hurrikans Laura von Ende August zu kämpfen.

Eine seit Mitte 2019 anhaltend hohe Inflationsrate und Ernteausfälle durch Trockenheit destabilisieren das Land noch weiter, in dem die Mehrheit der Menschen von unter zwei US-Dollar am Tag lebt. Die Situation der Bevölkerung wurde noch gravierender, seit infolge der Corona-Krise viele im Ausland lebende Haitianer ihre Arbeitsplätze verloren haben und die Überweisungen an Angehörige um 20 Prozent einbrachen. Diese Überweisungen machten etwa 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.


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